Vortragsreihe: Sinology goes public
Unter dem Motto "Sinology goes public" gibt das Konfuzius-Institut Heidelberg Ihnen die Möglichkeit Absolventen der Heidelberger Sinologie und Ihre unterschiedlichen Forschungsthemen kennen zu lernen. Zu den Themen der Vorträge im Jahr 2012 zählen unter anderem Schutz des geistigen Eigentums, Umweltpolitik und Kinderliteratur. Alle kommenden Vorträge und einen Überblick über vergangene Themen finden Sie hier. Wir freuen uns auf Vorschläge für weitere Themen und Zuschriften von Absolventen mit Angabe des Titels der Abschlussarbeit und einem Terminwunsch unter: s.schneider@konfuzius-institut-heidelberg.de.
Vorträge im Jahr 2012:
Petra Thiel M.A.: Einblicke in die chinesische Kinderliteratur: Geschichte(n) und Bilder
- Termin: n.n.
- Uhrzeit: 19.00 - 20.00 Uhr
- Ort: Konfuzius-Institut Heidelberg
Speyerer Straße 6, Heidelberg - Eintritt: frei
Kinderliteratur wird in der westlichen als auch in der asiatischen Literaturkritik häufig (noch) als minderwertig, unvollkommen oder gar unwichtig angesehen. Tatsächlich sind Kinder- und Jugendbücher wichtige Sprach- und Kulturvermittler: sie beschreiben bekannte und fremde Welten, reflektieren gesellschaftliche Phänomene, informieren über historische Ereignisse, präsentieren unterschiedliche Rollenvorbilder, sie bieten Hilfestellung bei Problemen, sie erklären die Welt, wie sie ist (oder wie sie sein könnte), sie dienen der Unterhaltung und sind ein unbezahlbarer Schatz an Worten, Ideen, Erfindungsreichtum und Phantasie. Waren die ersten Kinderbücher noch Lehrbücher, die hauptsächlich der Wortschatzerweiterung, der Aufarbeitung von Grammatikregeln und dem Transfer von Allgemeinwissen dienten, so erweiterte sich das Leseangebot, das sich an ein junges Publikum richtete, im Verlauf der Zeit immer vielfältiger. Ein wichtiges Kriterium für diese Entwicklung war die Entdeckung der Kindheit als eigenständige Entwicklungsphase, der ein neues Verständnis für Kinder und deren Lebenswelten folgte. Entsprechend dieser Erkenntnis gestaltete sich auch die Literatur für Kinder neu. Wie abwechslungsreich, spannend, lehrreich und bunt chinesische Kinder- und Jugendliteratur der Vergangenheit und Gegenwart ist, soll in diesem Vortrag anhand zahlreicher Beispiele gezeigt werden.
Zur Referentin:
Petra Thiel studierte Sinologie, vergleichende Religionswissenschaften und Romanistik in Heidelberg, Shanghai und Peking und ist derzeit Doktorandin und Assistentin am Institut für Sinologie in Heidelberg. Zu ihren Forschungsinteressen zählen neben dem Thema ihrer Dissertation, Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland und China, Erziehung, Populärkultur sowie Literatur und Kultur im modernen China. Seit 2008 ist Petra Thiel Wissenschaftliche Assistentin und Koordinatorin der Research Area B „Public Spheres“ am Heidelberger Exzellenzcluster „Asia and Europe in a Global Context“. Weitere Informationen zur Referentin finden Sie auf der Website des Instituts für Sinologie und in diesem Interview des Alumni-Vereins der Heidelberger Sinologie SHAN.
Jianfeng Chen Dipl.-VW.: An active life in a passive house
- Warum ist ein chinesischer Quadratmeter nicht gleich einem deutschen Quadratmeter?
- Termin: Donnerstag, 14. Juni
- Uhrzeit: 19.00 - 20.00 Uhr
- Ort: Konfuzius-Institut Heidelberg
Speyerer Straße 6, Heidelberg - Eintritt: frei
Kaum ein anderes Thema hat derzeit höhere Konjunktur, als die Bedrohung unserer Lebensgrundlagen durch die Folgen des Klimawandels, die auf Nutzung der Energierohstoffe zurückzuführen sind. Weltweit ist der Gebäudesektor für bis zu 40% des gesamten Energieverbrauchs verantwortlich, und somit neben Verkehr und Industrie ein wichtiger Handlungsbereich zur Reduktion des CO2-Austoßes. So erstaunlich die Tatsache ist, dass in China jährlich Gebäude mit einer Gesamtgeschossfläche von zwei Milliarden Quadratmetern gebaut werden. So schwerwiegend sind die Folgen wie Umweltprobleme und Ressourcenknappheit. Aufgrund des unablässigen Baubooms wächst der Energiebedarf rasant. Vor diesem Hintergrund rückt das Thema Energieeffizienz-Steigerung in der chinesischen Immobilienbranche immer weiter in den Mittelpunkt. Deutsche Erfahrungen und Technologien von Niedrigenergiehäusern, beispielsweise das Passivhaus-Konzept, gelten als attraktive Zukunftskonzepte für die chinesische Immobilienbranche. Allerdings ist eine flächendeckende Umsetzung bisher noch nicht gelungen. Was sind mögliche Gründe für diese Probleme? Liegt eine besondere Art von Marktversagen vor? Der Vortrag von Jianfeng Chen bewegt sich bewusst an einer Schnittstelle zwischen Wissenschaft und betriebswirtschaftlicher Praxis. Ausgehend von einer Analyse des Status quo, stellt er auf Grundlage seiner Ergebnisse aus Marktbeobachtung und Feldforschung einen Vergleich zwischen Deutschland und China an.
Zum Referenten:
Jianfeng Chen studierte Projektmanagement, Deutsche Fachsprache für Technologie und Wirtschaft und Internationaler Außenhandel in Beijing und Shanghai sowie Volkswirtschaftslehre an der Universität Heidelberg. Er ist derzeit Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Energie- und Umweltforschung GmbH (IFEU) in Heidelberg und Mitarbeiter des Forschungsprojekts RECAST Urumqi - Meeting the Resource Efficiency Challenge in a ClimAte SensiTive Dryland Megacity Environment an dem sich auch das Konfuzius-Institut Heidelberg beteiligt. In seiner Dissertation und seinem Vortrag im Konfuzius-Institut beschäftigt sich Jianfeng Chen mit Energiemanagement und Energieeffizienz in der chinesischen Immobilienwirtschaft.
Vergangene Vorträge der Reihe
